Wer auf einer längeren Fahrt abwechseln möchte, muss jeden weiteren Fahrer im Mietvertrag eintragen lassen. Ein nicht eingetragener Fahrer am Steuer verletzt die Vertragsbedingungen – mit erheblichen Konsequenzen im Schadensfall.
Beim Mietwagen gilt: Nur die im Vertrag eingetragenen Fahrer dürfen das Fahrzeug legal steuern. Ein Verstoß dagegen kann im Schadensfall dazu führen, dass die Haftungsreduzierung (CDW) erlischt – und Sie für den vollen Schaden aufkommen müssen.
Die meisten Anbieter berechnen für jeden weiteren Fahrer eine Tagesgebühr von etwa 5 bis 15 Euro. Bei einer Wochenbuchung summiert sich das schnell auf 35 bis 105 Euro. Einige Premium-Anbieter bieten Ehe- oder Lebenspartner kostenlos als Zusatzfahrer an – prüfen Sie die Vertragsbedingungen vorab.
Der Zusatzfahrer muss bei der Fahrzeugübernahme persönlich anwesend sein und seinen gültigen Führerschein vorlegen. Personalausweis oder Reisepass kann ebenfalls verlangt werden. Ein nachträgliches Eintragen ist in der Regel nicht möglich – planen Sie das vorab.
Viele Anbieter verlangen für Zusatzfahrer dasselbe Mindestalter wie für den Hauptfahrer – häufig 21 Jahre, teils 25 Jahre für bestimmte Fahrzeugklassen. Jüngere Fahrer zahlen zusätzlich den Jungfahrer-Zuschlag, der pro Person und Tag berechnet wird.
Einige Anbieter, darunter AVIS Preferred-Mitglieder und bestimmte Kreditkarten-Inklusivleistungen, ermöglichen kostenlose Zusatzfahrer unter bestimmten Bedingungen. Vergleichen Sie beim Buchen die Gesamtkosten inklusive Zusatzfahrer-Gebühr – manchmal ist ein anderer Anbieter günstiger, obwohl der Grundpreis höher wirkt.
Mitglieder in Treueprogrammen der großen Vermieter (Hertz Gold, Sixt Flat, Enterprise Plus) erhalten häufig kostenlose oder vergünstigte Zusatzfahrer als Programmvorteil. Bei regelmäßiger Nutzung lohnt sich eine Mitgliedschaft bereits nach wenigen Buchungen.
Bei langen Strecken oder mehrtägigen Touren, bei denen sich zwei Personen abwechseln möchten, ist ein eingetragener Zusatzfahrer unbedingt ratsam. Im Schadensfall sind Sie ohne Eintragung persönlich haftbar – auch wenn der Unfall durch den nicht eingetragenen Fahrer verursacht wurde. Die Tagesgebühr für Zusatzfahrer (oft 5–15 Euro/Tag) ist gemessen am Risiko eine günstige Absicherung.
In manchen Ländern und bei manchen Anbietern ist der Ehe- oder Lebenspartner kostenlos als Zusatzfahrer eingetragen (sogenannte „Free Additional Driver"-Regel). Das gilt nicht überall – in Deutschland ist das bei den meisten Anbietern nicht Standard. Prüfen Sie beim Buchungsabschluss, ob es eine Ausnahme für Partner gibt, bevor Sie die Zusatzgebühr bezahlen.
Wenn einer der Fahrer unter 25 Jahren ist, gelten oft besondere Konditionen: Junge-Fahrer-Zuschlag zusätzlich zur Zusatzfahrer-Gebühr. Manche Anbieter erlauben Fahrern unter 21 Jahren generell nicht. Prüfen Sie die Altersanforderungen des Anbieters vor der Buchung, wenn ein junger Fahrer das Fahrzeug mitnutzen soll.
Bei internationalen Mietwagen-Buchungen (z. B. USA, Südeuropa, Osteuropa) gelten teilweise andere Regeln für Zusatzfahrer. In den USA sind Zusatzfahrer-Gebühren oft deutlich höher. In manchen Ländern müssen alle Fahrer beim Abholschalter persönlich erscheinen und ihren Führerschein vorlegen. Informieren Sie sich vorab über die lokalen Bedingungen.
Immer wenn ein zweiter Fahrer das Fahrzeug steuern wird – auch nur einmalig. Der kurze administrative Aufwand und die geringe Tagesgebühr schützen Sie vor erheblichen finanziellen Folgen bei einem Schadensfall mit nicht-eingetragenem Fahrer. Ein nicht-eingetragener Fahrer macht die Versicherungsdeckung in vielen Mietverträgen vollständig unwirksam.
Prüfen Sie bei der Fahrzeugabholung, ob der Zusatzfahrer im Protokoll korrekt eingetragen ist. Fehler passieren: Ein falscher Name oder ein falsch eingetragenes Geburtsdatum kann im Schadensfall zu Problemen führen. Bestehen Sie auf korrekte Eintragung und behalten Sie eine Kopie des Übergabeprotokolls.
Auch bei kurzen Fahrten gilt: Wer das Lenkrad übernimmt ohne eingetragen zu sein, riskiert im Schadensfall vollständige persönliche Haftung. Das gilt auch für Ausweichmanöver in Notfallsituationen, wo spontan der Beifahrer übernehmen muss.
Ein weiterer Vorteil eines eingetragenen Zusatzfahrers: Bei einem Unfall ist die Versicherungsabwicklung reibungsloser, wenn klar dokumentiert ist, wer zum Zeitpunkt des Unfalls gefahren ist. Versicherungen prüfen bei Schadensmeldungen oft die Fahrerprotokolle. Korrekte Eintragung schützt alle Beteiligten rechtlich und finanziell.
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