Nicht jeder Mietvertrag erlaubt die Auslandsfahrt – und nicht in jedes Land. Wer ohne ausdrückliche Genehmigung die Grenze überquert, riskiert den Verlust des Versicherungsschutzes.
Für Fahrten ins Ausland mit einem Mietwagen gelten besondere Regeln. Was im Inland selbstverständlich ist, kann im Ausland den kompletten Versicherungsschutz gefährden – wenn Sie ohne Genehmigung fahren.
Die meisten deutschen Mietwagengesellschaften erlauben Fahrten in EU-Länder standardmäßig. Dennoch gibt es Einschränkungen: Osteuropäische EU-Länder wie Bulgarien oder Rumänien sind bei manchen Anbietern nur mit zusätzlicher Genehmigung oder gar nicht erlaubt. Prüfen Sie die erlaubten Länder explizit in Ihrem Mietvertrag – die Bedingungen stehen im Kleingedruckten.
Fahrten in Nicht-EU-Länder (z. B. Türkei, Marokko, Serbien) sind meist nicht oder nur mit spezifischen Auflagen erlaubt. In manchen Fällen ist eine Grenzüberquerung mit dem Mietfahrzeug vertraglich verboten – selbst wenn die Grenzen geografisch nah sind. Halten Sie sich strikt an die vertraglichen Vorgaben.
Für Fahrten in viele Nicht-EU-Länder ist die Grüne Karte (internationales Versicherungszertifikat) erforderlich. Manche Vermieter stellen diese kostenlos aus, andere verlangen einen Aufpreis. Beantragen Sie die Grüne Karte rechtzeitig vor der Reise beim Vermieter.
Wer ohne Genehmigung ins Ausland fährt und einen Schaden verursacht, riskiert den vollständigen Verlust des Versicherungsschutzes. Sie haften dann für alle Schäden am Mietfahrzeug und gegenüber Dritten aus eigener Tasche. Im schlimmsten Fall kann das die Kosten eines Totalschadens umfassen.
Klären Sie die Auslandserlaubnis immer schriftlich vorab – per E-Mail oder über das Buchungsformular. Eine mündliche Zusage reicht im Schadensfall nicht aus. Tragen Sie die geplanten Zielländer bei der Buchung ein, damit diese offiziell im Vertrag vermerkt werden.
In manchen Ländern sind zusätzliche Dokumente oder Ausrüstungen Pflicht: Grüne Versicherungskarte (internationale Versicherungsbestätigung), Warnweste (Spanien, Frankreich, Portugal – für alle Fahrzeuginsassen), Warndreieck, Verbandskasten. In manchen Ländern ist ein Alkohol-Tester Pflicht. Prüfen Sie die Anforderungen des Ziellandes vorab.
Wer mit einem deutschen Mietwagen ins Ausland fährt, muss das oft vorab genehmigen lassen und zusätzliche Versicherungen buchen. Manche Anbieter erlauben bestimmte Länder generell nicht (z. B. Osteuropa außer EU) oder berechnen Grenzübergangsgebühren. Prüfen Sie beim Buchungsabschluss, welche Länder das Fahrzeug befahren darf.
Verkehrsregeln unterscheiden sich international erheblich: Tempolimits, Promillegrenzen (Schweden, Ungarn: 0 Promille), Winterreifenpflicht, Handynutzungsregeln. Wer in einem neuen Land fährt, sollte sich vorab über die wichtigsten Unterschiede informieren. Bußgelder im Ausland werden oft an das Wohnsitzland weitergeleitet.
Speichern Sie vor der Reise die internationalen Notfall- und Pannenhilfe-Nummern des Mietwagenanbieters. Diese sind auf den Buchungsunterlagen oder der Webseite zu finden. Im Ausland ist die lokale Polizei-Notrufnummer (nicht 110, sondern 112 EU-weit) der erste Ansprechpartner bei Unfällen.
Vor der Reise: Internationalen Führerschein beantragen, grüne Versicherungskarte anfordern, Pflichtausstattung des Ziellandes prüfen, Notfall- und Pannenhilfenummern speichern, Grenzüberschreitungs-Genehmigung beim Vermieter einholen. Mit dieser Checkliste sind Sie für internationale Mietwagenreisen gut vorbereitet – auch wenn es unterwegs zu unerwarteten Situationen kommt.
Prüfen Sie vor der Abfahrt, ob das Mietfahrzeug für das Zielland zugelassen und versichert ist. Manche osteuropäischen oder außereuropäischen Länder erfordern gesonderte Genehmigungen oder Versicherungszertifikate. Bei Überschreitung nicht genehmigter Grenzen erlischt der Versicherungsschutz – das ist eine häufige und teure Falle.
Bei Pannen oder Unfällen im Ausland: Rufen Sie immer zunächst die Notrufnummer des Mietwagenanbieters und folgen Sie deren Anweisungen. Unterschreiben Sie kein Schuld-Anerkenntnis an der Unfallstelle – das kann rechtliche Folgen haben. Fotos machen, Personalien tauschen, Polizei rufen wenn nötig.
Kraftstoffvorschriften beachten: In manchen Ländern ist Kraftstoff von anderer Qualität als in Deutschland üblich. Diesel-Qualitäten variieren international, und beim Betanken kann es zu Verwechslungen kommen. Kleben Sie einen Aufkleber an die Tankdeckellasche, der die korrekte Kraftstoffsorte angibt – das verhindert kostspielige Fehlbetankungen.
Mautgebühren im Ausland: In vielen europäischen Ländern gibt es Mautstrecken, Vignettenpflicht oder City-Maut-Zonen, die für Mietfahrzeuge genauso gelten wie für Privatfahrzeuge. Prüfen Sie, ob das Mietfahrzeug bereits mit Vignetten ausgestattet ist (z. B. Schweiz, Österreich) oder ob Sie diese separat kaufen müssen. Nichtzahlung von Maut führt zu Strafzetteln, die oft über den Mietwagenvertrag an Sie weitergeleitet werden.
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