Was misst ein Internet-Speedtest?
Ein Speedtest misst die tatsächlich verfügbare Internetgeschwindigkeit an Ihrem Anschluss zum Zeitpunkt der Messung. Dabei werden drei Werte ermittelt: Download-Geschwindigkeit (wie schnell Sie Daten aus dem Internet laden), Upload-Geschwindigkeit (wie schnell Sie Daten hochladen) und Ping/Latenz (die Reaktionszeit in Millisekunden).
Das ist wichtig, weil Internetanbieter Tarife mit Maximalgeschwindigkeiten bewerben ("bis 250 Mbit/s"), die in der Praxis selten dauerhaft erreicht werden. Laut EU-Vorschrift muss die tatsächlich verfügbare Geschwindigkeit mindestens 80 Prozent des beworbenen Werts betragen. Liegt Ihr Messwert dauerhaft darunter, haben Sie möglicherweise Anspruch auf Minderung oder Kündigung.
WLAN vs. LAN: Warum das Kabel genauere Ergebnisse liefert
Ein Speedtest über WLAN misst nie den vollen Anschluss, sondern auch die WLAN-Qualität zwischen Gerät und Router. Wände, andere WLAN-Netze, Entfernung und Frequenzband (2,4 GHz vs. 5 GHz) beeinflussen das Ergebnis erheblich. Für eine zuverlässige Aussage über die tatsächliche Leitungsgeschwindigkeit sollten Sie den Test per LAN-Kabel direkt am Router durchführen.
Wenn Sie keinen LAN-Anschluss am Testgerät haben (z. B. bei modernen Ultrabooks ohne Netzwerkbuchse), können Sie einen USB-C-zu-Ethernet-Adapter nutzen. Führen Sie außerdem mehrere Tests zu verschiedenen Tageszeiten durch – besonders abends können Kabelnetz-Verbindungen durch hohe Netzlast langsamer sein.
Was bedeuten Download, Upload und Ping?
Die drei Speedtest-Werte haben unterschiedliche Relevanz je nach Nutzungsart:
- Download: Wichtig für Streaming, Surfen, Software-Updates. Netflix in 4K braucht ca. 25 Mbit/s pro Stream.
- Upload: Wichtig für Videokonferenzen, Cloud-Backups, Video-Uploads. Homeoffice mit Teams/Zoom braucht mindestens 10 Mbit/s Upload.
- Ping (Latenz): Wichtig für Online-Gaming und Echtzeit-Anwendungen. Unter 30 ms gilt als gut; über 100 ms kann Online-Gaming beeinträchtigen.
Bei Glasfaser-Anschlüssen (FTTH) sind Download und Upload oft identisch (symmetrisch). Bei DSL und Kabel ist der Upload meist deutlich niedriger als der Download.
Mein Speedtest-Ergebnis ist schlechter als gebucht – was tun?
Wenn Ihr Speedtest-Ergebnis dauerhaft deutlich unter dem gebuchten Tarif liegt, gehen Sie schrittweise vor: Zuerst Router neu starten und Tests zu verschiedenen Tageszeiten per LAN-Kabel wiederholen. Wenn das Ergebnis weiterhin schlecht ist, wenden Sie sich an den Support Ihres Anbieters und dokumentieren Sie mehrere Testergebnisse mit Datum und Uhrzeit als Beleg.
Bei anhaltenden Problemen können Sie eine kostenlose Messung über das offizielle Breitbandatlas-Tool der Bundesnetzagentur (breitbandatlas.de) durchführen lassen, die bei einer Beschwerde als Nachweisdokument gilt. Seit 2022 können Sie bei nachgewiesener dauerhafter Minderleistung außerdem das Minderungsrecht oder Sonderkündigungsrecht geltend machen.
Wann lohnt sich ein Anbieterwechsel?
Wenn Ihr Speedtest zeigt, dass Ihr aktueller Anschluss für Ihre Anforderungen nicht ausreicht – oder wenn Ihr Vertrag ausläuft – lohnt sich ein Vergleich der verfügbaren Technologien und Anbieter in Ihrer Region. Besonders beim Wechsel von DSL auf Glasfaser können erhebliche Geschwindigkeitszuwächse möglich sein, sofern Ihr Gebäude bereits angeschlossen ist.